Nicht nur manche Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet, über kurz oder lang von der Erde zu verschwinden. Auch alte regionale Spezialitäten teilen dieses Schicksal. Ein Beispiel hierfür ist die bayerische Stockwurst.
Man kann sie mit gutem Recht als den Vorläufer der Weißwurst bezeichnen. Ob die Legende von der “Erfindung” der berühmten Münchner Wurst 1857 im Gasthaus “Zum ewigen Licht” nun stimmt oder nicht; Tatsache ist, dass es ähnliche Würste schon seit dem 14. Jahrhundert in Frankreich gibt. Dort heissen sie Boudin Blanc und werden in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen angeboten. Von Frankreich kamen die weißen Würste mit Napoleons Truppen nach Deutschland, wo sich einige regionale Varianten entwickelten, darunter eben auch die Stockwurst.
Das Handicap der Stockwurst ist, dass sie der Weißwurst sehr ähnlich ist. Man sich dann offenbar: “Was brauchen wir die Stockwurst, wenn wir ja auch die Weißwurst haben.” Man ist geneigt, einfach nur mit den Schultern zu zucken, übertragen auf die Tierwelt könnte man dann aber auch sagen: “Was brauchen wir das Breitmaulnashorn, wenn wir ja auch das Spitzmaulnashorn haben.” Es wird klar, dass man sich es schon zweimal überlegen sollte, eine althergebrachte Spezialität in der Versenkung verschwinden zu lassen. Eine Stockwurst ist eben nicht das gleiche wie eine Weißwurst. Die Konsistenz ist etwas fester, und sie ist etwas anders gewürzt.
Man verspeist die Stockwurst wie die Weißwurst traditionell mit einer Breze(l) und süßem Senf. Dazu mundet ein bayerisches Bier. Auch wenn Puristen ein Weißbier bevorzugen. Meine Empfehlung:
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Also ich kannte bisher auch nur die Weißwurst. Also bei der nächsten Reise in den Süden mal nach der Stockwurst Ausschau halten
Auch in Oberösterreich ist die Stockwurst bekannt. Habe heute schon eine verspeist.
Mich würde einmal interessieren, woher admin sein Wissen über die Stockwurst hat.
Angeblich wurden die ersten Stockwürste in München nämlich aus dem (billigeren) Rindfleisch hergestellt und nicht aus Kalbfleisch, wie heute durchgängig üblich. Deshalb waren sie damals mitnichten “weiß”. Insofern erscheint mir die Boudin blanc als Vorgängerin zweifelhaft. Wahrscheinlich war es auch die unattraktive Farbe, die die Stockwurst gegenüber der Weißwurst ins Hintertreffen geraten ließ, aber das sind alles nur Vermutungen, da ich bisher keine vernünftige Informationsquelle gefunden habe.
Die heutige Stockwurst gibt es noch bei einigen Münchner Metzgern insbesondere rund um den Viktualienmark. Sie besteht aus Kalb- und Schweinfleisch und auch die Rezeptur, der Geschmack und die Konsistenz ähneln stark der Weißwurst. Deshalb könnte man durchaus zu recht fragen: Weshalb brauche ich eine Stockwurst, die eine Weißwurst ist?
Hey voll coole sache, hatte bis jz noch keine gelegenheit eine stockwurst zu verspeisen.
sitze grad mit einem kollegen bei einem schönen warmen bierchen und wir hoffen heute abend auf dem golser volksfest eine richtig feine stockwurst zu verzehren.
mit freundlichen grüßen aus wien,
bum zua