Beim Frühstück scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Die einen mögen’s eher süß, die anderen herzhaft, wieder andere haben beides gern. Bei beiden “Lagern” dürfte Kaffee das beliebteste Getränk sein, und auch Eier gehören für die meistem unverzichtbar zum “perfekten Frühstück”. Woran mag es nun liegen, daß Kaffee und Eier gleichermaßen beliebt bei Liebhabern von Käse und Konfitüre sind?
Zum einen liegt es sicher daran, dass beide sowohl zu Süßem als auch zu Salzigem passen. Aber das ist noch nicht alles. Denn Kaffee und Eier passen auch überaus gut zueinander. Und das ist gar nicht so selbstverständlich, denn für sich betrachtet liegen Kaffee und Eier geschmaklich doch recht weit auseinander. Kaffee verdankt sein Aroma ja im Wesentlichen Röststoffen und ätherischen Ölen, während Eier nicht sehr überraschend hauptsächlich aus Eiweiß bestehen.
Es empfiehlt sich aber, einmal bewußt die Probe aufs Exempel zu machen. Man esse etwas Ei, das gerne auch gesalzen ein darf – gleichgültig ob gekocht, gerührt oder gesipegelt – und trinke direkt hinterher einen Schluck Kaffee. Erstaunlicherweise stellt sich ein angenehmer Geschmack ein, der mehr ist als die Summe seiner Teile ist. Man schmeckt nicht nur “Ei und Kaffee” sondern etwas Neues, genauso wie wenn man aus zwei Farben eine dritte mischt. Wir haben es also quasi mit einem geschmacklichen Synergie-Effekt zu tun.
Warum das so ist, war mir lange nicht klar, bis ich über eine Webseite namens Foodpairing gestolpert bin. Hier kann man sich zu vielen Lebensmitteln “Partner” anzeigen lassen, die einen oder mehrere Aromastoffe gemeinsam haben. Und, oh Wunder, bei “Kaffee” finden sich z.B. auch “gekochte Eier”. Die geschmackliche “Seelenverwandschaft” eigentlich sehr unterschiedlicher Produkte hat also ihre Ursache auf molekularer Ebene.
Man könnte nun versuchen, dieses Phänomen im Sinne von TGRWT weiter auszuloten. Vielleicht läßt sich dieses Geschmackspaar ja in interessante Gerichte umsetzen.