Auf meiner Suche nach gutem Bier jenseits der bekannten Großbrauereien verschlägt es mich immer wieder zum Airbräu auf den Münchner Flughafen. An einem Ort, wo man es gar nicht vermuten würde, hat sich seit einigen Jahren eine Kleinbrauerei etabliert, die ein sehr ordentliches Bier produziert. So weit, so gut. Aber beim letzten Besuch gestern haben sie noch eins draufgesetzt.
Nach der Verkostung des “Maydays”, eines zwar schmackhaften aber für meinen Geschmack doch ein klein wenig zu laschen Weizen-Maibocks, unter gleichzeitiger Einnahme eines Zwiebelrostbratens entschloss ich mich, zur Neutralisierung vor dem Dessert noch ein altbewährtes Helles zu mir zu nehmen. Der “Fliegerquell” ist ein süffiges naturtrübes Bier, das qualitativ die Erzeugnisse der meisten anderen Kleinbrauereien in die Tasche steckt. Aber gleich beim ersten Schluck merkte ich, dass diemsal irgendetwas anders war als sonst. Nach ein paar Sekunden hatte ich es heraus: Honig! Das Bier hatte ein deutliches Honigaroma, das ihm wahrlich nicht schlecht zu Gesicht stand. Ich mußte mich sehr zurückhalten, sonst hätte mich Frau Nachtgedanken nach Hause tragen müssen.
Ich vermute nicht ernsthaft, dass hier beim Brauen nachgeholfen wurde. Bei den heuten Honigpreisen würde die Halbe dann vermutlich auch 4 Euro kosten. Vielmehr zeigt sich, dass bei handwerklicher Herstellung im (relativ) kleinen Maßstab jeder Sud anders schmecken kann. Und genau das ist es, was Kleinbrauereien von Bierfabriken wohltuend abhebt. An irgendeinem Rädchen hat der Braumeister da gedreht, und zwar in der rchtigen Richtung. Ob es Absicht oder Zufall war, wer weiß? Vielleicht schmeckt der Fliegerquell ja morgen schon wieder ganz anders.
Airbräu
Zentralbereich
des Flughafens München
zwischen Terminal 1 und Terminal 2
Tel. 089/975 9 31 11
Öffnungszeiten:
Täglich von 8 bis 1 Uhr