In aller Munde zur Zeit sind die Begriffe “Analog-Käse” und “Mogel-Schinken”. Sie sind aber nur die aktuellen Auswüchse eines Trends, der schon seit Jahren anhält. Um Kosten zu sparen und den Profit zu maximieren, werden industriell hergestellte Imitate an Stelle der natürlichen Zutaten verwendet und möglichst geschickt versteckt, damit es der arglose Verbraucher nicht bemerkt. Selbstverständlich sollten solche Produkte für einen Mampfologen ein absolutes Tabu sein.Eine eherne Grundregel beim Einkauf im Supermarkt ist der Blick auf die Zutatenliste. Da ich den Glauben an das Gute im Menschen noch nicht ganz aufegeben habe, sezte ich einmal voraus, dass namhafte Hersteller die Deklarationspflicht ernst nehmen und dabei nicht schwindeln. Was vorne auf der Verpackung versprochen wird, sollte man tunlichst ignorieren. Im Kleingedruckten spielt die Musik!
Alle offensichtlich “unnatürlichen” Zutaten sollte man sich genauer anschauen, insbesondere in Verbindung mit den Wörtchen “Zubereitung” oder gar “Imitat”. Es muss nicht alles gleich “böse” sein, aber man sollte sich gut überlegen, ob man das wirklich essen will. Mampfologische Faustregel ist natürlich: je mehr naturbelassene Zutaten, desto besser. Aber ich möchte hier auch keiner E-Nummern-Hysterie das Wort reden, da viele dieser zugelassenen Zusatzstoffe wirklich harmlos sind. Auch halte ich das oft verteufelte Natriumglutamat für durchaus in Ordnung, da es der konzentrierte Umami-Lieferant ist, wie eben Kochsalz für den salzigen Geschmack zuständig ist. Und wer dagegen allergisch ist, muss darauf halt ebenso aufpassen wie andere auf Nüsse oder Gluten.
Beim ganzen Geschrei um die Imitate sollte man aber nicht vergessen, dass ein weiterer Übeltäter schon seit Jahrzehnten ungestraft sein Unwesen treibt. Es handelt sich um das japanische Fisch-Imitat Surimi, das eigentlich eine traditionelle Methode zur Haltbarmachung von Fisch war, mittlerweile aber zum billigen Ersatzstoff verkommen ist, das in allen Arten von Frutti di Mare zum Einsatz kommt. Es wurde und wird zwar immer wieder darauf hingewiesen, worum es sich bei Surimi handelt, ernsthaft gestört hat sich bisher aber kaum jemand daran. Deshalb kann ich die aktuelle Hysterie auch nicht so richtig nachvollziehen.
Schäbig wird es nur, wenn man mit voller Absicht hinters Licht geführt wird, was natürgemäß eher in Sättigungsstationen einfacherer Natur geschieht, wie Pizza-Services oder Imbiss-Buden. Aber der Mampfologe wird ja hoffentlich ohnehin wissen, worauf er sich bei solchen Etablissements möglicherweise einläßt.
Natürlich ist da der gedankliche Schritt zum Gammelfleisch naheliegend. Aber die Wiederinverkehrbringung verdorbener Lebensmittel ist nun trotzdem ein ganz anderes Kaliber, und natürlich schlicht kriminell.
Aber dennoch sind Imitate und Gammelfleisch zwei Seiten der gleichen Medaille. “Geiz ist Geil!” heißt das Motto, nachdem sich heute alles richtet. Minderwertige Ware lässt sich billiger verkaufen, und so verspricht man sich höheren Umsatz und höheren Gewinn, weil man den Kostenvorteil selbstverfreilich nur zu einem Bruchteil an den Kunden weitergibt. Die Antwort darauf kann nur sein: Lieber etwas mehr ausgeben, aber dafür auf der sicheren Seite sein.
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ja, wo führt das noch alles hin
steht Käse drauf, ist aber nicht drin
…steht Rente drauf… ist aber nix drin ;-(
http://www.kaeseplatte.com/kaese-und-gesundheit/analogkase-oder-echter-kase-eine-frage-die-bewegt
Ein wahres Wort das du da schreibst! Dem kann ich nur zustimmen, am besten alles selber machen, aber wer hat da noch die Zeit zu?
Viele Leute wissen wirklich nicht was Surimi ist, die denken wirklich das sind Garnelen. Hab das schon öfter an diesen türkischen Ständen erlebt, da bestellen die Garnelen und zeigen auf das Zeug. Der Verkäufer nickt nur und packt die Dinger ein anstatt die Leute mal aufzuklären! Wäre natürlich schlecht für das Geschäft!
Übrigens dieses Design gefällt mir gut, besser als vorher!